Freitag, 2. mai 2008
Wenn es nicht so traurig-tragisch-erschreckend und tatsächlich wahr wäre, würde ich es für einen ausgemacht satirischen Scherz halten.

So hat diesen Monat ein bundesdeutsches Amtsgericht entschieden, dass ein Autofahrer auch für ein defektes und somit nicht funktionstüchtiges Autoradio Gebühren an die GEZ zu zahlen hat.

In besagtem Fall hatte der Autobesitzer schon vor Jahren die Codekarte für sein Radio verloren.

Den Richtern war dies relativ egal.

Nun frage ich mich doch tatsächlich folgendes:

1.Welches Rechtsverständnis hatte dieser Richter?
2.Anhand welcher Rechtsgrundlage wurde dieses Urteil gefällt?
3.Wer mit halbwegs normalem Menschenverstand kann das Urteil nachvollziehen?


Meine persönlichen Antworten lauten:
1.Keine Ahnung, es muß sich hier um einen großen Freund staatlicher Gebühreneinzieher handeln.
2.Anhand einer Grundlage die jedeweder vernünftigen Logik widerspricht.
3.Kein normaler Mensch. Ausnahmen: GEZ-Mitarbeiter und von Gebühren Abhängige.

Bei mir war letztens auch so ein netter Mann und wies sich als Mitarbeiter des Rundfunks aus. Leider wären meine Daten verloren gegangen und mein Gebührenkonto dadurch gelöscht worden.
(Ich fand diese Aussage sehr lustig, da just an diesem Tag die Gebühren bei mir abgebucht wurden)

Lange Rede kurzer Sinn, er wollte unbedingt ins Haus und mir fernerhin eine Unterschrift abverlangen. Als ich beides verweigerte hielt er mir einen Vortrag über die Rechte, die er als Mitarbeiter des Rundfunks hätte. Ich sei verpflichtet ihn in mein Haus zu lassen und die von ihm vorgefertigten Unterlagen zu unterschreiben.

Nachdem er mir zum wiederholten Male seinen Ausweis vor die Nase hielt und Einlass forderte, erteilte ich ihm Hausverbot, zeigte ihm meinen Waffenschein und stellte ihm unseren Golden Retriver vor.

Überraschenderweise wandte sich der Mitarbeiter des Rundfunks von mir ab und beglückte meine Nachbarn mit seiner Anwesenheit.

Wenn es nicht so traurig wäre weil es doch aufzeigt, in welch desolatem Gesellschaftsgefüge wir leben, wäre dieser Blogeintrag eine nette Satiregeschichte.

Leider jedoch ist jedes Wort wahr.

Euer Nachtfalke
von Nachtfalke
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Freitag, 2. mai 2008
Boah ey, ich kriege hier noch die Krise.

Von allen Seiten höre ich ständig nur wie schlecht doch die Situation in unserem Land ist und das sich unbedingt etwas ändern muß weil wir sonst alle vor die Hunde gehen.

Soweit ok, diese Meinung teile ich.

Was mich aber tierisch annervt ist die Tatsache, dass sich jeder hinstellt und anstatt den Munde aufzumachen und laut zu schreien, sich lieber ins bequeme Wohnzimmer verkrümmelt.
Da hörst du dann so gehaltvolle Aussagen wie:
" Tja, da kann man doch eh nichts ändern"

Wer sagt das, wo steht das geschrieben, dass man nichts ändern kann?

Nirgendwo !!

WIR

können Initiativen gründen, mit unseren Nachbarn reden, unseren Abgeordneten eine eMail schreiben, unseren Unmut und unser Unverständnis im Internet kund tun und und und und

Aber eines können wir nicht:

Uns hinstellen, beschweren, aber nicht dazu stehen. Wir können uns nicht hinter der scheinheilligen Phrase:" Tja, da kann man doch eh nichts ändern" verstecken.

Denn solange wir das tun, ändern wir tatsächlich nichts.


Mit jedem meiner Blog-Einträge erreiche ich sehr viele Menschen. Ob diese alle meine Meinung vertreten ist mir relativ egal. Ich schreibe nicht um anderen zu gefallen. Sondern vielmehr deshalb weil hier in diesem Land einiges im Argen liegt und ich nicht später meiner Tochter erklären will "Der Papi konnte ja eh nichts tun".

Ob es richtig ist was ich tue? Sorry, kann ich nicht beurteilen.

Aber ich tue etwas.

WAS TUT IHR JETZT?

Euer Nachtfalke
von Nachtfalke
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