Gestern Abend sah ich durch Zufall kurz nacheinander zwei Fernsehdiskusisionen die mich nicht mehr loslassen.
1.
Es wurde wieder einmal über das leidige Thema diskutiert, dass Migranten sich der Deutschen Leitkultur zu beugen haben.
Also, wenn das Schule macht, habe ich ein massives Problem damit. Denn was leben wir derzeit für eine Kultur vor, die es wert wäre nachzuleben?
Das mit dem Land der Dichter und Denker ist lange vorbei.
Heutzutage ist es doch mehr das Land, in dem die eigene Regierung den eigenen Bürgern misstraut. Es ist ein zerrissenes Land in welchem die Ungleichbehandlung der Bürger eine unüberwindbare Kluft
zwischen Arm und Reich schafft.
Deutschland ist zu einem Land geworden in welchem die Regierung selbst gegen ärgste Widerstände ihre eigenen Vorstellungen durchsetzt (und dies nachweislich nicht zum Wohle des Volkes). Wir haben
Millionenfach Familien die ihre Kinder kaum ernähren können und abseits des gesellschaftlichen Lebens stehen.
Wir haben Großkonzerne die uns Preissteigerungen von 35% innerhalb eines Jahres als bloße Weitergabe von Bezugskosten verkaufen wollen, gleichzeitig aber eine Nettogewinnerhöhung von 12% in der
aktuellen Bilanz vorweisen.
Von Korruption und verfassungswidriger Bespitzelung die ja leider in unserem Land immer häufiger vorkommt, wollen wir hier gar nicht reden.
Von Moral und Ethik kann in unserem Land derzeit keine Rede sein.
Woher nehmen wir uns also das Recht, anderen vorschreiben zu wollen nach unserer "Leitkultur" zu leben.
Es ist vollkommen klar, das jeder der hier lebt, sich den gesellschaftlichen Spielregeln anzupassen hat. Aber alleine schon das Wort "Deutsche Leitkultur" aus dem Munde eines Regierungspolitikers
zu vernehmen ist eine Farce.
2.
Die andere Diskussion die ich aufmerksam beobachtete, drehte sich einmal um Religion, zum anderen um die Partei "Die Linke".
Religion
Mehrere Vertreter christlicher Kirchen diskutierten ausgiebig über die Tatsache, dass Pfarrer und Priester unbedingt von der "Vorratsdatenspreicherung" auszunehmen seien. Dies dürfe allerdings
nicht für muslimische Geistliche gelten, da diese Glaubensrichtung in Deutschland nicht anerkannt und der fundamentalistische Islamismus für jedweden Terror in der Welt verantwortlich sei.
Desweiteren wurde festgestellt, dass es nicht angehen könne, dass jeder die Religion als seine eigene, persönliche Sache betrachtet.
Ich muß gestehen, ich war total fasziniert. Fasziniert deshalb, weil ich noch nie zuvor einen solch angesammelten Haufen Ignoranz und Selbstherrlichkeit gesehen habe. Diese Menschen haben mir
gezeigt, dass die Kirchen in den letzten hunderten von Jahren absolut nichts gelernt haben. Die ganze Diskussion war geprägt von Futterneid und Angst um den eigenen Machtverlust.
"Die Linke"
Wenn ich die aktuellen Diskussionen über "Die Linke" verfolge, fühle ich mich unvermittelt in die Achtziger Jahre 2des letzten Jahrhunderts versetzt.
Dort betraten seinerzeit "Die Grünen" die politische Bühne. Diesen wurde damals, wie der Linken heute, die politische Tragfähigkeit abgesprochen. Ich erinnere mich noch zu gut an einen Joschka
Fischer, der in Jeans und Turnschuhen den Amtseid als Hessischer Umweltminister ablegte.
Nun, heute gehören die Grünen zu politischen Establishment und behandeln die Linke genau so, wie sie früher behandelt wurden.
Man kann zu dieser Partei "Die Linke" stehen wie man mag, mein Ding sind sie nicht. aber das ändert nichts daran das sie in verschiedenen Landtagen vertreten sind und demnächst wohl auch den Sprung
auf Bundesebene schaffen. In den neuen Bundesländern gehören sie längst zu politischen Alltag.
Aber auch das ist etwas, was sich in Deutschland momentan sehr negativ aufzeigt. Wenn den etablierten Parteien etwas nicht passt, wird nicht die sachliche Auseinandersetzung gesucht. Vielmehr wird
mit den Ängsten der Bevölkerung gespielt.
Durch diese künstlich erzeugte Angst vor den "Altkommunisten" wird doch die Bevölkerung der Neuen Bundesländer, wo die Linke stark vertreten ist und akzeptiert wird, für unmündig erklärt.
Wie gesagt, mein Ding ist diese Partei auch nicht. aber wenn die jetzigen Regierungsverantwortlichen uns ohne Grund bespitzeln und diskreditieren, kann eine Nachfolgeregierung, egal welcher Coleur,
auch nicht schlimmer sein.
Euer Nachtfalke
von Nachtfalke
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